Wer oder was bilden ein System?

Im Zusammenhang mit Beratung und Psychotherapie klingt das eher sachlich anmutende Wort "System" zunächst etwas irritierend. Daher möchte ich den Begriff des "Systems" im Sinne der systemischen Haltung näher erläutern.

 

Als System wird zunächst eine beliebige Gruppe von "Elementen" bezeichnet, die durch Beziehungen miteinander verbunden und durch eine Grenze von ihren Umwelten abgrenzbar sind. Systeme bilden nach einiger Zeit Muster aus, die von außen sogar manchmal als „eigensinnig“ erscheinen können. Doch auch diese auf den ersten Blick „unsinnigen“ Muster erfüllen einen Sinn, den es herauszufinden gilt.

 

In der Beratung und Therapie werden soziale Systeme betrachtet. Dies können Organisationseinheiten im beruflichen Kontext, eine Paarbeziehung oder auch eine Familie sein.

 

In der Systemik wird von der sog. "inneren Pluralität" und dem Modell des "inneren Teams" von mehreren Persönlichkeitsanteilen ausgegangen, ähnlich des Titels "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" des Sachbuchs des deutschen Philosophen und Publizisten Richard David Precht. Daher kann in systemischer Sicht auch eine Einzelperson nach systemischen Grundsätzen betrachtet werden.

 

In einem System sind aus systemischer Sicht also die Art der Beziehungen und die Art der Kommunikation untereinander sowie die ausgebildeten Muster interessant.